Das Ende einer Ära
My Hero Academia von Kōhei Horikoshi hat nach einem Jahrzehnt seinen Abschluss gefunden. Was als Geschichte eines quirkless Jungen in einer Welt voller Superkräfte begann, entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Shōnen-Manga unserer Zeit.
Genre-Analyse: Was MHA besonders macht
Im deutschen Manga-Markt, der für seine anspruchsvollen Leser bekannt ist, hat sich MHA aus guten Gründen etabliert:
Dekonstruktion des Superhelden-Genres
- Systematische Weltbildung: Die Quirk-Gesellschaft wird mit allen sozialen Konsequenzen durchdacht
- Moralische Graubereiche: Heroes werden nicht idealisiert, sondern kritisch hinterfragt
- Psychologische Tiefe: Charaktere wie Todoroki und Bakugo durchlaufen nachvollziehbare Entwicklungsbögen
Erzählerische Struktur
Horikoshi verbindet klassische Shōnen-Elemente mit westlichen Superhelden-Tropen. Diese Hybridform erklärt den internationalen Erfolg – besonders in Deutschland, wo sowohl Manga als auch amerikanische Comics eine treue Leserschaft haben.
Kritische Betrachtung
Trotz seiner Stärken zeigt MHA auch Schwächen:
- Das Pacing im Endkampf-Arc wurde von vielen als gehetzt empfunden
- Einige Nebencharaktere blieben unterentwickelt
- Die Power-Eskalation folgte teilweise vorhersehbaren Mustern
Empfehlungen für Genre-Fans
Wer MHA mochte, sollte folgende Werke erkunden:
- Chainsaw Man – Für eine düstere Dekonstruktion des Genres
- Mob Psycho 100 – Für die Frage, was wahre Stärke bedeutet
- Tiger & Bunny – Für eine erwachsenere Superhelden-Perspektive
- One Punch Man – Für satirische Genre-Reflexion
Bezugsquellen in Deutschland
Der Manga erscheint bei Carlsen Manga. Digital verfügbar über Manga Plus. Der Anime läuft auf Crunchyroll und Netflix.
Fazit
My Hero Academia verdient seinen Platz neben den großen Shōnen-Klassikern. Horikoshi hat bewiesen, dass das Genre noch innovative Geschichten erzählen kann. Ein würdiger Abschluss für eine Serie, die gefragt hat: Was bedeutet es wirklich, ein Held zu sein?