Die Evolution des Superhelden-Manga
My Hero Academia erschien 2014 in einer Zeit, als das Superhelden-Genre im westlichen Kino seinen Höhepunkt erreichte. Kōhei Horikoshi schuf jedoch etwas Einzigartiges: Eine japanische Interpretation des Heldenkonzepts, die westliche Comictraditionen mit klassischen Shōnen-Elementen verschmolz.
Narrative Struktur und Charakterentwicklung
Was diesen Manga von Werken wie Dragon Ball oder Bleach unterscheidet, ist die konsequente Charakterarbeit. Dekus Entwicklung vom Quirkless-Außenseiter zum Symbol der Hoffnung folgt zwar dem klassischen Heldenreise-Muster, aber Horikoshi fügt entscheidende Nuancen hinzu:
- Dekonstruktion des Heldentums: All Might als gebrochener Held hinterfragt das Konzept des unbesiegbaren Retters
- Moralische Grauzone: Shigarakis Hintergrundgeschichte zeigt, wie das System selbst Schurken erschafft
- Ensemble-Cast: Die Klasse 1-A bietet mehr Tiefe als typische Nebencharaktere im Genre
Genre-Vergleich und Einordnung
Für Leser, die Attack on Titan wegen seiner gesellschaftskritischen Untertöne schätzten, bietet MHA eine optimistischere, aber nicht naive Alternative. Die thematische Tiefe erinnert an Fullmetal Alchemist, während die Action-Choreografie mit Jujutsu Kaisen konkurriert.
Verfügbarkeit im deutschsprachigen Raum
Der Manga ist bei Carlsen Manga komplett erhältlich. Digital bietet Manga Plus (Shueisha) kostenlose Kapitel. Wer nach dem Lesen mehr will: Crunchyroll streamt den exzellenten Anime.
Weiterführende Empfehlungen
Fans sollten den koreanischen Webtoon Solo Leveling (auf Webtoon oder als Manga bei Altraverse) erkunden – ähnliche Power-Fantasy-Elemente mit dunklerer Atmosphäre. Chainsaw Man bietet eine radikalere Dekonstruktion des Shōnen-Genres, während Spy x Family den leichteren Ton von MHAs Schulalltag-Episoden aufgreift.