Horror-Anime 2026: Ein goldenes Jahr für Genre-Fans
Das Horror-Genre im Anime erlebt derzeit eine Renaissance. Nach Jahren der Stagnation bringen sowohl etablierte japanische Studios als auch die wachsende koreanische Webtoon-Industrie frischen Wind in das Genre. Als langjähriger Manga-Kritiker analysiere ich hier die wichtigsten Werke des Jahres.
Japanische Meisterwerke des Grauens
- Uzumaki (Studio Drive) - Junji Itos Spiralen-Albtraum endlich vollständig adaptiert. Die einzigartige Schwarz-Weiß-Ästhetik bleibt erhalten. Ein Muss für Kenner des japanischen Body-Horrors.
- Mieruko-chan Staffel 2 - Die Fortsetzung verbindet geschickt Slice-of-Life mit genuinem Horror. Besonders interessant: die zunehmend komplexe Mythologie.
- Hell's Paradise: Jigokuraku Staffel 2 - Dark Fantasy mit starken Horror-Elementen. MAPPA liefert gewohnt hochwertige Animation.
Die koreanische Horror-Welle
K-Horror unterscheidet sich fundamental vom japanischen Pendant. Während J-Horror oft auf atmosphärischen Grusel setzt, bevorzugen koreanische Webtoons direkteren, oft gesellschaftskritischen Horror.
- Sweet Home / Shotgun Boy - Das Monster-Survival-Universum expandiert. Netflix-Adaptionen haben das Genre einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
- Bastard - Psychothriller über einen Serienmörder und seinen Sohn. Meisterhaft konstruierte Spannung.
- Pigpen - Vom Bastard-Autor. Noch verstörender und kompromissloser.
Streaming-Optionen in Deutschland
Crunchyroll bietet die umfangreichste Anime-Bibliothek. Netflix Deutschland hat exklusive Rechte an mehreren koreanischen Adaptionen. Die Webtoon-App (kostenlos) ermöglicht Zugang zu Originalwerken auf Deutsch und Englisch.
Genre-Einordnung und Empfehlungen
Für Einsteiger: Mieruko-chan bietet Horror mit humoristischer Entlastung. Für Fortgeschrittene: Uzumaki und Bastard liefern unverfälschten psychologischen Horror. Für Hartgesottene: Pigpen und die extremeren Junji Ito-Adaptionen testen selbst erfahrene Horror-Fans.
Warum K-Webtoons den Markt verändern
Das vertikale Scroll-Format der koreanischen Webtoons ermöglicht einzigartige Horror-Effekte. Jump-Scares funktionieren im digitalen Medium überraschend gut. Die Industrie wächst rasant, und deutsche Verlage wie TOKYOPOP beginnen, Print-Versionen anzubieten.